Arbeitnehmer gesucht!
Q: Lieblingsjobsuchemethoden der Bewerber?
A: Stellenangebote beantworten, Initiativbewerbungen und Stellengesuch schalten. Damit hat sich nach Ansicht der meisten Bewerber der Fundus ihrer Möglichkeiten schon erschöpft.
Wie oft zucken Bewerber entmutigt mit den Schultern und sagen, dass es keine Stellenanzeigen gibt und damit auch keine zu besetzenden Stellen.
Genau so oft wird verdrängt, dass es noch andere Möglichkeiten der Jobsuche gibt. Wenn es weitere Möglichkeiten der Jobsuche gibt, bedeutet das im Umkehrschluss – ja, was? Es bedeutet, dass auch dem Arbeitgeber andere Möglichkeiten offen stehen, sich einen Arbeitnehmer zu suchen!
Nicht alle Unternehmen gibt es schon in der 3. Generation. Und selbst wenn es so wäre, müsste doch auch für die nachrückenden Chefs jemand da sein, der erklärt, wie man auf Arbeitnehmersuche geht. Um Startups und auch vermeintlich alte Hasen kümmert sich zum Beispiel die IHK. Auf einem Seminar “Wie stelle ich Personal ein” wurde neuen Unternehmern folgendes empfohlen:
- Suchen Sie nach einem Kandidaten für den neuen Job zunächst innerhalb Ihres eigenen Umfelds. Zum Beispiel innerhalb der eigenen Firma (Praktikant, Azubi kurz vor der Prüfung, Zeitarbeiter, fest Angestellter) oder innerhalb des eigenen Bekanntenkreises.
- Sollten Sie nicht fündig werden, befragen Sie Geschäftsfreunde, ob sie nicht einen gegenwärtigen oder ehemaligen Mitarbeiter kennen, der zu dem Jobprofil passt.
- Gibt es keinen gegenwärtigen oder ehemaligen Mitarbeiter, so kennen diese Geschäftsfreunde vielleicht in anderen Firmen Mitarbeiter, die sie empfehlen können.
- Wenn das alles nichts fruchtet, prüfen Sie die Unterlagen von Bewerbern, die selbst (initiativ) ihre Bewerbung abgegeben haben oder die von sich aus das Gespräch mit Ihnen suchen.
- Eine weitere Möglichkeit ist, Personalberater oder die Agentur für Arbeit zur Unterstützung bei der Personalsuche einzuschalten.
- Schalten Sie eine eine Stellenanzeige und bearbeiten Sie die eingehenden Bewerbungsunterlagen.
Man hat direkt den Eindruck, Jobanbieter sind vom Mars und Bewerber von der Venus! Arbeitgeber wollen so wenig wie möglich Zeit mit dem Bewerbungsprozedere verbringen und daher werden nicht nur Bewerbungsmappen peinlichst genau überprüft und gesiebt. Nein, auch der Bewerber wird mit seinem gesamten Verhalten während der Bewerbungsphase genau unter die Lupe genommen. Bewerber, die anhand von Unterlagen und Verhalten nicht dem erwarteten Profil entsprechen, fallen durch das Raster.
Ach, was könnte es für den Bewerber so schön sein, müsste der Arbeitgeber sich bemühen und auf ihn zugehen. Es gibt tatsächlich Menschen, die nichts tun und zu Hause im stillen Kämmerlein darum beten, ihnen möge ein Job zufallen. Gesundes Gottvertrauen in allen Ehren, aber!
Bewerbungshomepages werden allenthalben angepriesen und fleißig angelegt. Allerdings nehmen sich nur sehr wenige Stellenanbieter die Zeit, danach zu suchen. Landet Ihre Homepage nicht ganz oben auf der Ergebnisliste der Suchmaschine, haben Sie verloren. Eine herzliche Bitte: Wenn Sie eine solche Homepage betreiben, sehen Sie davon ab, Ihre Arbeitszeugnisse einzuscannen und für die ganze Welt sichtbar dort einzustellen.
Was bleibt an sinnvollen Handlungsalternativen für Bewerber?
Bewerber brauchen gute, funktionale Bewerbungsunterlagen. Diese werden jeoch nicht wild und planlos nach dem Gießkannenprinzip in der Weltgeschichte verschickt nach dem Motto “Viel hilft viel.”
Bewerber brauchen daneben einen guten Blick für die Bewerbungsalternativen. Bewerben Sie sich innerhalb der eigenen Firma – selbstverständlich kommt der Chef der anderen Abteilung auf Sie zu und fordert Bewerbungsunterlagen. Auch wenn Sie bei einem Betrieb vorsprechen – die Bitte um aussagekräftige Bewerbungsunterlagen, die Sie zur Untermauerung Ihres Jobanspruchs hinterlassen sollen, darf kein erschrockenes “Oh, hab ich nicht!” auslösen sondern ein souveränes “Hier, bitte schön.”
Für das gesamte Bewerbungsprozedere möchte ich Sie an die Sache mit dem Esel erinnern. Und daran, eine Absage keinesfalls persönlich zu nehmen.




Das ist ja mal interessant. Ich frage mich, inwiefern diese Vorschläge auf die Realität zutreffen und Arbeitgeber wirklich selbst so intensiv suchen? Wohl kaum… Das Problem bei der Bewerbung ist ja auch, dass man z. B. als Arbeitsloser sich quasi inflationär häufig bewerben muss, unabhängig von den Einzelheiten des Jobangebots. Da kann die Qualität jeder einzelnen Bewerbung ja nur sinken und man vertut vielleicht die Chance auf DEN Job, weil man noch x Bewerbungen schreiben muss, um das Arbeitsamt zufrieden zustellen…
Lieber David, diese Vorschläge treffen auf die Realität zu. Ich habe mich mit einigen Arbeitgebern unterhalten, weil ich auch Schwierigkeiten mit diesem Konzept hatte. Lassen Sie sich nicht entmutigen, suchen und kämpfen Sie weiter um DEN Job.