Befristet
Was werden wieder bittere Zähren vergossen. Kurzzeitjobs, nein, wie bitter. Und auch noch so viele davon! Schande!
Hier bei Spiegel Online wieder nachzulesen.
Böse Welt.
Daniel H. Pinks Buch “Unsere kreative Zukunft” wurde 2008 in Deutschland sehr bekannt. Sein Buch “Free Agent Nation” von 2002 hat diesen Bekanntheitsgrad in Deutschland leider nicht erreicht. Schade. Dieses Buch ist das Ergebnis eines von ihm verfassten Artikels aus dem Jahr 1997 zum gleichen Thema. Die Reaktion auf besagten Artikel war so überwältigend, dass er weiter zum Thema forschte.
Warum mute ich diesen Zahlenfriedhof zu? Um zu verdeutlichen, dass es die Entwicklung weg von festen Arbeitsverhältnissen nicht erst seit gestern gibt. Auch wenn man es dem Geschrei nach durchaus vermuten könnte.
In diesem Buch macht er klar, dass es den “Organization Man”, der sein gesamtes Berufsleben mittels unbefristetem Arbeitsvertrag in ein und derselben Firma verbringt, nicht mehr gibt. Es sind immer mehr die “free agents“, die den Arbeitsmarkt bestimmen.
In einer Amazon-Rezension heißt es:
Whether or not you think you want to become a free agent, I suggest that you read this book. If Mr. Pink is correct, you will probably be downsized, rightsized, or consulted into being one anyway. You might as well understand what is coming.
Nicht nur in den USA, auch in Deutschland sind die Tendenzen schon länger klar:
Prof. Dr. Horst W. Opaschowski war bis 2006 Zukunftswissenschaftler an der Universität Hamburg. Sein Buch “Deutschland 2020 – Wie wir morgen leben – Prognosen der Wissenschaft” erschien 2004. Schon damals stellte er fest: “Als Tendenz zeichnet sich ab: Immer mehr Arbeitnehmer werden zu Beschäftigten auf Zeit…” … “Das Leitbild der Vollbeschäftigung ist überholt… Der Berufswechsel wird zur Regel… Das Normalarbeitsverhältnis stirbt… Rund-um-die-Uhr Beschäftigung wird zur neuen Norm… Der Ausverkauf der Arbeitslust beginnt.”
Übrigens liegt sein Buch “Deutschland 2030″ seit 2008 vor….




Ich glaube auch, dass dieses Arbeitsformat in Zukunft bestehen wird. Ebenso wie Teilzeitstellen. Das Problem an freien Mitarbeitern ist, dass sie im privaten Bereich nicht frei sind. Die Miete muss gezahlt werden, Steuern, Versicherung und vielleicht auch noch eine Familie. Wenn man dann nicht genug Aufträge hat, ist das riskant und gefährlich. Folgen sind überwiegend gesundheitliche Probleme aller Art, vor allem Psychisch. Neulich las ich eine Studie, wonach freie Journalisten sehr viel häufiger das Burnout Syndrom hatten, als fest Angestellte. Das kann kein Zufall sein. Schließlich ist da die ständige Sorge, mal kein Gehalt zu haben und mal mehr, mal weniger am Ende des Monats. Planen ist da quasi unmöglich. Ich sehe diese Problematik als schwierig an.